Mit Holz dem Himmel entgegen

Der erste Siebengeschosser in Holzbauweise steht in Berlin kurz vor der Fertigstellung.

(HAF, Bonn) Beim Bau innovativer Projekte ist der Werkstoff Holz mittlerweile erste Wahl. In Berlin beispielsweise entsteht gerade ein siebengeschossiges Hochhaus in Holzbauweise. Die Bauherren und Planer nutzen dabei die einzigartige Leistungsfähigkeit des natürlichen Baustoffs: Bei geringem Eigengewicht weist Holz eine hohe Festigkeit auf. Außerdem ist das Bauen mit Holz nicht nur Klima schonend, sondern auch Zeit sparend. Für die Baugruppe E3 – benannt nach der Adresse des Holzhochhauses an der Esmarchstraße 3 – schlagende Argumente, um ihr innovatives Bauprojekt mit dem Werkstoff Holz zu verwirklichen. Nun steht die Baugruppe, bestehend aus sechs Familien und dem planenden Architekturbüro Kaden Klingbeil, kurz vor dem Einzug in den ersten deutschen Siebengeschosser in Holzbauweise – ein Projekt, das richtungsweisend für das innerstädtische Bauen in Europa ist.

Rohbau in Rekordzeit

Im Holzhochhaus an der Esmarchstraße wird keine Wohnung der anderen gleichen. Jedes Geschoss, das jeweils eine Wohneinheit von 120 bis 150 Quadratmetern aufnimmt, hat einen von Architekt Tom Kaden individuell geplanten Grundriss. Möglich macht das eine frei tragende Deckenkonstruktion. In nur wenigen Wochen stand der gesamte Rohbau des Siebengeschossers. Wegen des hohen Vorfertigungsgrades und der durchgängig trockenen Bauweise – beides typisch für Holzhäuser – waren pro Etage durchschnittlich nur zehn Bautage nötig. Zuerst wurde ein tragendes Gerüst aus senkrechten Stützen und waagerechten Riegeln montiert, dann wurden die Zwischenwände durch Massivholzwände geschlossen.

Sorgfältige Planung für Sicherheit und Komfort

Für den Laien ist bei dem siebengeschossigen Kubus auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich, dass er in Holzbauweise gefertigt ist. Denn das Haus hat keine Holzfassade, sondern die außenliegende Wärmedämmschicht aus Steinwolle wurde verputzt. Obwohl massive Holzbauteile im Ernstfall nicht abbrennen, sondern nur an der Oberfläche verkohlen, wurden im Sinne des Brandschutzes – für das Gebäude wurde ein individuelles Konzept entwickelt – alle Quer- und Längsbalken zusätzlich mit nicht brennbaren Gipsfaserplatten bekleidet. Ihr Knowhow in Sachen Holzbau brachten die Architekten auch beim Schallschutz ein. Die sorgfältige Planung der gesamten Konstruktion und die genaue Abstimmung der Baumaterialien garantieren eine gute Trittschalldämmung. Besondere Finesse des Gebäudekomplexes: ein freistehendes Treppenhaus, mit dem das Holzhochhaus in der lückenlosen Häuserzeile aus der Gründerzeit eine dritte Fassade zur Straßen- und Hoffassade gewinnt. So fällt zusätzliches Licht in die Räume.

Exzellente Dämmeigenschaften

„Der Primärenergieaufwand für den Rohbau unseres Hauses – also die Energie, die benötigt wurde, um den Rohstoff Holz in den Rohbau umzuwandeln – liegt bei etwa 30 Prozent eines traditionellen Stahlbeton- oder Ziegelrohbaus“, sagt Architekt Tom Kaden nicht ohne Stolz. Zudem verweist er auf die exzellenten Wärmedämmeigenschaften des Holzbaus: „Mit vergleichsweise geringen Wandstärken lässt sich eine hohe Dämmwirkung erreichen.“ Der Energieverbrauch des Berliner Siebengeschossers soll daher jährlich bei nur 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter liegen. Das entspricht einem Heizölverbrauch von vier Litern.
Für die künftigen Wohnungseigentümer birgt der nachwachsende und Ressourcen schonende Baustoff Holz noch einen weiteren Vorteil: Er schafft durch seine temperatur- und feuchteregulierende Wirkung ein angenehmes Wohnklima. Die Wohnung wird zum behaglichen Rückzugsort – ein Stück Natur in der steinernen Stadt Berlin.

Mehr über den Bau des Siebengeschossers in Holzbauweise gibt es im Internet auf www.e3berlin.de. Informationen zum Bauen mit dem natürlichen Werkstoff Holz unter www.infoholz.de sowie www.informationsdienst-holz.de.

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Quelle (openPR)

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